Eine hochsensible Aufgabe.

So gut wie jeder hat eine von Demenz betroffene Person im Familien- oder Freundeskreis. Über Demenz zu informieren und aufzuklären, wird zunehmend wichtig und ist doch gleichzeitig eine hochsensible Aufgabe.
Im Kurzinterview erzählt Sylvia Kern, Geschäftsführerin der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg, wie die Kommunikation gelingen kann und warum sie dafür auf Filme von Bär Tiger Wolf setzt.

 

Liebe Frau Kern, Demenz ist so ein hoch relevantes und brisantes Thema in der Gesellschaft. Warum ist die Kommunikation und „Aufklärungsarbeit“ dafür so besonders sensibel?

Es gibt kaum eine andere Erkrankung, die Menschen so bewegt wie eine Demenz. Die Ängste sind hier ebenso groß wie die Scham, eine Demenzdiagnose öffentlich zu machen. Diese Angst und Scham zu berücksichtigen, ist ein wesentlicher Aspekt unserer Kommunikation, die in zwei Richtungen geht:

Zum einen stehen wir mit verlässlicher Information und Beratung an der Seite der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen. Zum anderen tragen wir mit unserer Öffentlichkeitsarbeit dazu bei, zu sensibilisieren und ein besseres Verständnis dafür zu schaffen, was Menschen mit Demenz in den verschiedenen Phasen ihrer Erkrankung fühlen, wünschen und brauchen. Denn das Verständnis des Umfelds ist die Voraussetzung dafür, dass Menschen mit Demenz so lange wie möglich nach ihren Vorstellungen leben können.

Filme für die Alzheimer Gesellschaft BW

Was war für Sie der Grund, nicht nur einmal, sondern mehrfach für die Kommunikation auf Film und Bewegtbild zu setzen? Welche Reaktionen bekommen Sie darauf? 

Kurze, erklärende Filme reduzieren komplexe Inhalte auf das Wesentliche und schaffen – vorausgesetzt, sie sind gut gemacht! – zusätzlich einen emotionalen Zugang. Mit den bisherigen Filmen, die Bär Tiger Wolf für uns realisiert hat, ist das sehr gut gelungen.

Dabei ist die Aufgabe gerade bei einem so belastenden Thema wie Demenz nicht einfach. Hier kommt es wirklich auf die Details an – Charaktere, Strichführung, Farbschema, Stimme. Alles muss durchdacht und nichts darf dem Zufall überlassen werden.

Wir setzen die Filme bei Informationsveranstaltungen und in Fortbildungen ein und spüren an den Reaktionen, welche positive Wirkung sie entfalten.


Sie sind vielerorts zu Vorträgen und Informationsveranstaltungen unterwegs. Welche Art der Kommunikation wünschen Sie sich für die Zukunft der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg noch viel stärker? 

Schon heute ist es uns wichtig, Menschen auf vielfältigen Wegen und in unterschiedlichen Formen anzusprechen. Unsere Kommunikation reicht vom direkten Gespräch mit Angehörigen und Betroffenen über die Fragen Ehrenamtlicher bis hin zu den oft speziellen Anliegen von Fachkräften. Auch die Entscheider in der Politik und alle, die im Alltag mit Menschen mit Demenz konfrontiert sind, möchten wir erreichen und gewinnen.

Dabei ist uns eines für die gesamte Kommunikation wichtig: Sie soll verständlich und klar sein, Dinge beim Namen nennen und so formuliert sein, dass die Botschaften ankommen und angenommen werden. Das ist nicht immer einfach, aber wir werden auch in Zukunft größten Wert darauf legen.

Herzlichen Dank, Frau Kern!
 

Sylvia Kern ist Geschäftsführer der Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.
Die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V. – Selbsthilfe Demenz versteht sich als zentrale Anlaufstelle zum Thema Alzheimer und anderen Demenzerkrankungen im Land und ist Lobby für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen.

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Unsere Filme für die Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg:

FILM: Der Weg ins Vergessen
Der Weg ins Vergessen
      FILM: Formen der Demenz
Formen der Demenz
   
FILM: Demenz-Diagnose
Vergesslich! Demenz??
     
FILM: Demenz und Kommmune
Liebe Oma
 
 
 

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