Nach 25 Jahren seinen Namen zu ändern – ist das wirklich eine gute Idee?

Ein feiner Haufen von Kommunikations-Spezialisten in Heidelberg hat genau das gemacht und wir waren daran nicht ganz unbeteiligt. Helge Thomas, Kreativchef von pro event, kam vor einigen Monaten mit der Frage auf uns zu, ob wir ihnen bei der Suche nach einem neuen Namen helfen könnten. Konnten wir. Nach 25 Jahren startet die Agentur seit Jahresbeginn als ottomisu neu durch.
(Mehr zur Namensentstehung hier.)

 

Helge, seit 25 Jahren ist pro event eine Institution in Sachen Marken- und Livekommunikation. Da ist es nicht so leicht einfach den Namen zu ändern, oder?! Was hat Euch den Mut gemacht und die Energie gegeben, das durchzuziehen?

Das war ein ganz langer Entwicklungsprozess. Über die Änderung des Namens haben wir das erste Mal vor mehr als vier Jahren gesprochen. So kam uns der letztendliche Sprung, wenn man es so nennen mag, jetzt gar nicht mehr so mutig vor.

Meine Erfahrung ist, dass die meisten Menschen ein Buch nach wie vor nach seinem Cover beurteilen. Und wo „pro event“ draufsteht, da erwartet man genau das. Viele Türen zu EntscheiderInnen im Marketing blieben uns daher seit Jahren verschlossen. Ganz egal, wie laut wir geklopft haben.

Jörn Huber hat die Agentur 1993 gegründet, weil er gerne Party organisieren wollte. Seitdem hat sich nicht nur die Welt richtig heftig weitergedreht, auch das Tun von pro event hat sich heftig weiterentwickelt. Erst wurde es kreativer, dann inhaltlicher, dann ganzheitlicher und gerade wurde wir für eine Markenkampagne mit dem BrandEx Award ausgezeichnet. Was eine Reise.
So schön es auch war, als pro event bekannt und geschätzt zu werden, es hat einfach nicht mehr gepasst.

Wir sind der Überzeugung, dass Unternehmen in Zukunft nur noch Erfolg haben werden, wenn sie wieder echte Beziehungen zu den Menschen in ihren Märkten aufbauen. Dazu wühlen wir uns tief in die Welt unserer Kunden ein, suchen nach Content und helfen den Unternehmen dann, ihre wahre Identität zu finden. Wir machen daraus spannende und relevante Stories, entwickeln Plattformen – live wie digital – und ermöglichen den Unternehmen so den Aufbau und die Pflege besagter Beziehungen zu und mit ihrem Markt.
So. Nun erklär diese Geschichte mal jemand, der eine Visitenkarte in der Hand hält, auf der „pro event“ steht. Und dann stell die Frage nochmal nach dem Mut. (lacht) Spaß. Es war einfach höchste Zeit.

 
Von Eurer Erfahrung her, was kann oder muss von „außen“ dazu geleistet werden und was habt ihr „von innen“ dazu beigesteuert? Was war dabei hilfreich und was nicht?

Das ist eine sehr gute und genau die richtige Frage. Wir sind ja nicht morgens aufgewacht und haben gesagt: „Och, der Name gefällt uns nicht mehr. Lass uns mal was Neues machen.“ (lacht) Nein, das war ein langer und durchdachter Veränderungsprozess. Begonnen hat er 2010 mit der Entscheidung, uns von der reinen Veranstaltungslogistik hin zu kreativen Content- und Strategie-Spezialisten in der Live-Kommunikation zu entwickeln. Ende 2016 konnten wir sagen: Mission accomplished.
2017 war es also an der Zeit für die nächste Strategie-Runde. Wir haben mit dem Team gemeinsam einen neuen Weg gewählt und uns letztes Jahr dann sogar zwei Monate eingeschlossen, um in Ruhe alles auseinander und neu wieder zusammen zu setzen. Kurz vor dieser Phase kamt ihr ins Spiel. Von außen.

Was war hilfreich? Zunächst, dass wir uns sausympathisch waren. Vom ersten Moment an hatte ich absolutes Vertrauen, dass ihr die Richtigen seid. Bauchgefühl klar. Und wie so oft war es goldrichtig.
Hilfreich war sicher auch, dass ihr so etwas nicht zum ersten Mal gemacht habt. Am coolsten aber fand ich, dass ihr unser (völlig verkopftes) Briefing am Ende einfach weggeworfen habt und uns dann diesen genial frischen Namen präsentiert habt.
Bei mir war es Liebe auf den ersten Blick. Im Team hat es noch ein wenig gedauert. Daher war auch total hilfreich, dass wir euch rechtzeitig an Bord geholt hatten und nicht unter Zeitdruck entscheiden mussten. Vor allem für unseren Gründer Jörn Huber war es der berühmte Trauerprozess, nach mehr als 25 Jahren den eingeführten und vertrauten Namen seiner Firma aufzugeben.
Irgendwann musst du dann aber springen. Haben wir gemacht. Und ich sag nur: Geil!

 
Was gäbe es alles nicht, wenn es nicht zu „ottomisu“ gekommen wäre?

Zunächst einmal ganz viele lustige Vermutungen und Interpretationen unserer Kunden, was denn der Name bedeuten könnte. Von Tiramisu über Miso-Suppe bis zu irgendwas Asiatisches war alles dabei. Das kreativste Feedback war „ein Mann, der in Italien acht Tiramisu bestellt und dann den Mittelteil verschluckt.“ Kurz, es passiert genau das, was Ihr vorausgesagt habt. Der Name macht alle neugierig und bringt uns ins Gespräch. Besser geht es nicht.
Das Wichtigste aber, dass es ohne „ottomisu“ nicht gäbe, ist eine Agentur, die das Leben vieler EntscheiderInnen in Unternehmen leichter, glücklicher und erfolgreicher machen kann … und der man das jetzt auch endlich zutraut.

Vielen Dank, Helge!

 
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Zur Seite von ottomisu
Zum Artikel in der W&V: pro event benennt sich um in ottomisu

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