Übers Gehör ins Herz

Drei Fragen an Gerd Böttler (verantwortlich für Musik/Sounddesign und Animation bei Bär Tiger Wolf).

Gerd, Du steuerst seit vielen Jahren den guten Ton zu vielen Filmprojekten von uns bei. Wie würdest Du Deine Rolle beschreiben?

Wie die anderen im Rudel bin ich ein Fan davon, mitreißende Geschichten zu erzählen. Im Gegensatz zu ihnen benutze ich dafür aber weder Text noch Bild. Ich suche den Weg ins Herz über das Gehör. Deshalb mache ich am liebsten Projekte, in denen ich Figuren und Situationen mithilfe von Musik oder Sound-Effekten Emotionalität und Leben einhauchen kann.

Hast Du dafür ein Beispiel?

Unser Film für die Kinderhilfsorganisation Compassion hat keinen Sprecher. In so einem Fall kommt dem Soundtrack eine große Bedeutung zu. Das war eine Herausforderung, die mich enorm gereizt hat. Darüber hinaus erinnere ich mich gern an den Kinospot für Max Wild, da konnte ich das große Orchester-Brett auspacken. Und: Ich mag immer noch den Soundtrack für den IPO.Log-Film.

Wieso spielt Musik und Sound so eine große Rolle? Würde nicht auch die Fertig-Musik aus der Dose reichen?

Für mich hängt die Wirkung eines Filmes zu einem großen Teil von seiner Originalität ab. Eine auf die Geschichte abgestimmte und zum Bild komponierte Musik trägt einen großen Teil zur »Seele« des Filmes bei. Stock-Material kann das nicht leisten. Dafür brauchen wir den optimalen Sound. Ein Arrangement mit interessanten Wendungen, an der richtigen Stelle einen Akzent oder eben auch mal eine bewusst eingesetzte Pause. Dafür habe ich drei Beispiele ausgewählt die mich inspirieren. Alle drei aus der Feder von Antfood, einem Creative Audio Studio nach meinem Geschmack:
Google »Material.io«
Hello »An Inconvenient Tooth«
David Blaine »Spectacle of The Real«

Einen Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit einem * markiert.